Newsletter GAV SBB / SBB Cargo Nr. 8

 

«Der SEV ist bereit zu verhandeln. Aber um verhandeln zu können, muss die Arbeitgeberseite mit akzeptableren Forderungen an den Verhandlungstisch kommen!»
Manuel Avallone, Vizepräsident SEV

 

SBB-Leitung und Personal auf unterschiedlichen Planeten

Die Verhandlungen zur Erneuerung des GAV SBB und SBB Cargo sind sehr schwierig. Das ist zweifellos der einzige Punkt, in welchem sich beide Seiten der Verhandlungssdelegation richtig einig sind.

In seiner letzten Verlautbarung hat der Personalchef der SBB gesagt, dass die Unternehmung für das Personal weiterhin attraktiv sein will.

Der SEV erklärt gern, wieso die Forderungen der SBB inakzeptabel sind:

Die wichtigsten Punkte:

  1. Streichung der Garantie der 115 arbeitsfreien Tage pro Jahr
    Diese Garantie muss aufrechterhalten werden, wenn nicht gar erhöht, damit die Mitarbeitenden zu genügend Ruhezeiten kommen.
     
  2. Streichung einer Ferienwoche für die über 60-Jährigen sowie tiefere und seltenere Treueprämien  
    Die zusätzliche Ferienwoche wurde gegen eine Erhöhung der Wochenarbeitszeit ausgehandelt. Sie nun für über 60-Jährige streichen zu wollen ist ein Angriff auf ein Verhandlungsresultat und vom gesundheitlichen Standpunkt aus gesehen absurd.

    Eine  massive Senkung der Treueprämie verletzt die Anerkennung der Leistungen von langjährigen Mitarbeitenden, die sich für ihre Unternehmung täglich einsetzen.
     
  3. Streichung der Garantien und Streichung der Regionalzulage 
    Die Garantien wurden zur Einführung von ToCo ausgehandelt. Auch diese Forderung missachtet ein Verhandlungsresultat. Die Streichung der Garantien und Regionalzulagen sind real Lohnsenkungen.

     
  4. Schwächung des Kündigungsschutzes
    Dies im Moment, in welchem neue Stellenstreichungen bei Cargo angekündigt sind.


Die Verhandlungsgemeinschaft hat unter anderem folgende Forderungen aufgestellt:

  1. Ein besserer Lohnaufstieg, vorallem für die Jungen.
  2. Klare Regeln zu Arbeit und Freizeit, vorallem für neue Arbeitsformen, die infolge der Digitalisierung auch Auswirkungen auf die Gesundheit haben können.

 
Der SEV ist bereit zu verhandeln. Aber um verhandeln zu können, muss die Arbeitgeberseite mit akzeptableren Forderungen an den Verhandlungstisch kommen.

Der SEV wird weiterhin die Interessen seiner Mitglieder im Rahmen seines Verhandlungsmandats wahrnehmen.

Am 18. April entscheidet die GAV-Konferenz über das weitere Vorgehen.


Manuel Avallone, Vizepräsident SEV
Leiter der Verhandlungsdelegation des Personals