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GAV SBB / SBB Cargo Nr. 16

 

«Dank der Mobilisierung unserer Mitglieder konnten wir einen guten GAV aushandeln»
Manuel Avallone, Vizepräsident SEV

 

Der GAV 2019
bewegt sich auf hohem Niveau

 

Nach monatelangen, schwierigen Verhandlungen über den GAV SBB/SBB Cargo 2019 liegt nun ein Vertrag vor. Dieser muss aber noch von der SEV-GAV-Konferenz und vom SBB-Verwaltungsrat genehmigt werden, bevor er am 1. Mai 2019 für drei Jahre in Kraft treten kann. Dank der Mobilisierung des SEV und seiner Mitglieder lässt sich das Resultat sehen. Die SBB-Leitung musste ihre extremen Forderungen fallen lassen. Zu den Neuerungen gehören eine leichte Erhöhung der Mittel für die Lohnentwicklung, die Verdoppelung des Vaterschaftsurlaubs auf 20 Tage sowie Schutzmassnahmen gegen negative Auswirkungen der Digitalisierung. Zudem wurde die Problematik der 2011 mit dem Lohnsystem ToCo eingeführten Lohngarantien definitiv geregelt. Neu ist auch der Personalbeitrag an die Krankheitskosten, der für das bestehende Personal durch eine Grundlohnerhöhung vollständig ausgeglichen wird.
 
«Dank der Mobilisierung unserer Mitglieder haben wir einen guten GAV erreicht», bilanziert SEV-Vizepräsident Manuel Avallone, der die Verhandlungsdelegation der Gewerkschaften geleitet hat. «Wenn nicht alle mitgezogen hätten, wären die Treueprämien, die Regionalzulagen, die zusätzliche Ferienwoche ab 60 Jahren, die Garantie von 115 Freitagen pro Jahr oder der Schutz vor Kündigung aus wirtschaftlichen Gründen verschlechtert oder gestrichen worden.»
Nach rund neun Monaten Verhandlungen hat man sich auf folgende Neuerungen geeinigt:

  • Schutz gegen schädliche Folgen der Digitalisierung: Im GAV verankert werden das Recht auf Nichterreichbarkeit während der Freizeit und das Recht auf Informationsstudium während der Arbeitszeit. Die SBB bezahlt den Mitarbeitenden Weiterbildungen, damit sie «up to date» und arbeitsmarktfähig bleiben, sowie freiwillige Standortbestimmungen («Boxenstopps»).
  • Das Personal beteiligt sich neu zu 40% an den Gesundheitskosten (und der Arbeitgeber zu 60%). Für das bestehende Personal wird dieser neue Lohnabzug durch entsprechende Lohnerhöhungen vollständig kompensiert. Zudem sind neu auch die AHV-pflichtigen Zulagen gegen Krankheit versichert: Langzeitkranke erhalten ab dem 1. Krankheitstag eine individualisierte Tagespauschale, was für Berufsgruppen mit hohem Zulagenanteil den Ersatzlohn merklich verbessert.
  • Für die ToCo-Lohngarantien wurde eine Lösung gefunden: Sie gelten neu ad personam, sind also nicht mehr an die Laufdauer des GAV gebunden. Und sie werden bei rund 80% der Mitarbeitenden vollständig weitergeführt, bei den übrigen teilweise. Damit geben sie künftig nicht mehr zu Diskussionen und Pressionen Anlass. «Dies ist der heikelste Punkt des Vertrags, doch sind wir überzeugt, dass diese Garantien beim Auslaufen des GAV 2019 ohnehin stark gefährdet gewesen wären», erklärt Manuel Avallone. «Deshalb haben wir uns entschieden, sie nun ins Trockene zu bringen, auch wenn ein Teil der Betroffenen in zwei Schritten Einbussen hinnehmen muss.»

Die Details werden am kommenden Montag der GAV-Konferenz SBB/SBB Cargo vorgestellt, die beim SEV zum Verhandlungsergebnis das letzte Wort hat.
Der Verwaltungsrat der SBB muss seinerseits zum neuen GAV Stellung nehmen, wie auch zu den schon im Februar mit der Verhandlungsgemeinschaft der Gewerkschaften vereinbarten Massnahmen zur Abfederung der von der Pensionskasse SBB ab März 2019 schrittweise geplanten Senkung des Umwandlungssatzes zur Berechnung künftiger Renten.
Nach neun langen Verhandlungsmonaten ist es sehr wichtig festzuhalten, dass ohne dich, ohne die Mobilisierung aller Mitglieder, kein GAV 2019 auf diesem Niveau möglich gewesen wäre. Vielen Dank!


Manuel Avallone, Vizepräsident SEV
Leiter der Verhandlungsdelegation des Personals

 

 

 

 

 

 

 

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